AKTUELLES
Tennis und die Coronapandemie - Stimmungen und Stimmen aus dem Club
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Tennis und die Coronapandemie - Stimmungen und Stimmen aus dem Club

von Marc Halbach

Die Coronakrise hat das Land fest im Griff – und damit auch den nationalen Tennissport. In einigen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz darf zwar wieder auf die gelbe Filzkugel eingedroschen werden, in NRW gilt aber immer noch ein striktes Tennisverbot. Immerhin besteht die Hoffnung, dass es Anfang Mai zu Lockerungen kommen wird, die auch den hiesigen Tennissport betreffen, wir uns dann – vermutlich unter strengen Corona-Auflagen – wieder dem Tennissport widmen können.

Derzeit aber blutet das (Tennis-)Sportlerherz. Und wie. Seit Tagen herrschen Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke, ideales Tenniswetter also. Ideales Wetter auch, um anschließend nach einem anstrengenden Tennismatch gemeinsam mit seinem Tennispartner auf der Clubterrasse zu verweilen und ein alkoholisches oder antialkoholisches Kaltgetränk zu sich zu nehmen. Es könnte so schön sein, so entspannt, so normal. Aber was ist normal in diesen Tagen? Normal ist in diesen Tagen, dass über unserer Tennisanlage – trotz besten Tenniswetters – eine seltsam anmutende surreale Stille liegt, ein Hauch von Wehmut. Tennisplätze, die verwaist sind, Tennisnetze, die noch nicht aufgespannt sind. An sonnigen, angenehm warmen Apriltagen, an denen ansonsten reger Tennisbetrieb auf der Club-Anlage herrscht und normalerweise das Ächzen und Stöhnen von Tennisspielern hörbar zu vernehmen ist wie auch ihre lauten Wutausbrüche und Flüche über verschlagene Bälle, das vertraute Echo von geschlagenen Bällen, das rhythmische und manchmal weniger rhythmische Plop-Plop der Bälle. Dieser Tage bietet sich dem (konsternierten) Beobachter ein anderes Bild, eine andere Geräuschkulisse: Nur das gleichmäßige Plätschern des Baches, das Zwitschern der Vögel und das Rauschen der Blätter im Wind sind derzeit akustisch zu vernehmen. Aus Sicht von Sehnsuchtsromantikern und Philosophen womöglich ein erstrebenswerter Zustand, eine nur zu natürliche Immunreaktion des Planeten gegen die Zerstörungswut des Menschen. An dieser Sichtweise mag etwas dran sein. Unsere Mitglieder wird womöglich aber auch die ebenso berechtigte wie schlichte Frage beschäftigen, wann sie wieder ihrem Lieblingssport nachgehen dürfen. Für einige unserer Mitglieder wie bspw. unsere Tennistrainer ist die aktuelle Situation zudem potentiell existenzgefährdend. Dies gilt vermutlich auch für andere Mitglieder. Auch unsere Clubgastronomie ist stark betroffen. Wie gehen sie und andere Mitglieder mit dieser in der Clubgeschichte einmaligen und beispiellosen Situation um? Wie ist ihre Stimmungslage? Wir haben nachgefragt und einige O-Töne unserer Mitglieder eingefangen:

Dr. Christian Frystatzki (1. Vorsitzender)
„Es ist in Bezug auf das Wetter der schönste April, an den ich mich erinnern kann. Die Tennisplätze waren so früh wie selten fertig, nämlich bereits Mitte März, so dass man gegen Ende März die Saison hätte eröffnen können. Hätte? Ja hätte, denn es kam Corona und man war dazu verdammt, auf die Ausübung seines Lieblingshobbys zu verzichten. Leider hat NRW im Gegensatz etwa zu Rheinland-Pfalz (u. einigen anderen Bundesländern) auch nicht die erste Gelegenheit genutzt, die Ausübung von Individualsportarten wie Tennis ab 20.04.2020 zuzulassen. Und so tingele ich – wie viele andere aus NRW – nunmehr durch die rheinland-pfälzische Provinz, um dort dem Tennissport zu frönen, und hoffe, dass auch unsere Landesregierung nach der Bund-Länder-Telefonkonferenz am 30.04.2020 ein Einsehen hat und dem Einzelsport ab 4.5.2020 eine Chance eröffnet.“

Gabrielius Ziaurys (1. Knaben/2. Junioren)
“Ich spiele Tennis fast 8 Jahre lang und ich freue mich immer auf dem Tennisplatz zu sein und zu spielen. Aber seit dem Lockdown mache ich viel zu Hause und bereite mich für die Sommersaison vor! Ich vermisse Tennis und freue mich darauf, wenn es wieder losgeht!!”

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Regina Lohr
„Merkwürdig und verblüffend: einerseits „wütet“ die „Pest“,
andererseits Sonne wie auf Mallorca! Und jeder Tag fühlt sich an wie Sonntag – nur leider ohne Tennis.“

Gudrun und Wolfgang Born
Manchmal sind wir wegen der aktuellen Situation ein bisschen traurig. Dann fällt uns Loriot ein und sein denkwürdiger Spruch zu seinem Mops, der abgewandelt lautet: “Ein Leben ohne Tennis ist möglich, aber sinnlos“.

TLC Tennisschule
“Die Tennisschule verfolgt natürlich ganz genau die Entwicklung der Gesetzeslage rund um die Möglichkeiten Tennis zu spielen. Wir hoffen sehr darauf, dass auch in NRW ab nächster Woche wieder Tennis gespielt werden kann, wenn auch unter strikten Auflagen.
Daher haben wir auch schon mit dem Frühjahresputz der Anlage begonnen und die Plätze von Pollen und herumliegenden Ästen befreit und kräftig gewässert. Sobald die Netze wieder hängen sind die Plätze spielbereit.
Wichtig wird für uns alle sein, die strikten Richtlinien einzuhalten, damit der Tennisclub nicht kurz nach der Öffnung durch das Ordnungsamt wieder geschlossen wird.
Wir tragen unseren Teil dazu bei, indem wir unser gesamtes Training entsprechend der neuen Auflagen umstrukturieren und alle unsere Trainer genaustens über den Ablauf einer Trainingseinheit und alle notwendigen Maßnahmen unterweisen.
Auch wenn das Clubleben dieses Jahr ein anderes sein wird als in den letzten Jahren, so sollten wir alle froh sein, wenn wir unseren Sport endlich wieder ausleben können.”

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Karlheinz Bastian
“Jedes Mal, wenn ich derzeit an unserer wunderschönen Tennis-Anlage vorbeikomme, die hergerichteten und spielbereiten und im Sonnenschein glänzenden Plätze sehe, kommt auch wieder Wehmut auf und frühere Zeiten werden wieder wach, zu denen zu dieser Zeit die Unentwegten ihre Frühjahrs-Ballwechsel demonstrierten. Und nun, gähnende Leere. Gezwungenermaßen. Jammerschade.
Als ehemaliger begeisterter Tennisspieler und Ehrenmitglied dieses Clubs wird mir dann immer ganz warm um‘s Herz. Frühere wunderschöne Zeiten in diesem Club mit seinem einzigartigen Clubleben werden wieder wach.
Ich wünsche Euch, dass dieser “Spuk” recht bald wieder vorbei ist.”

Jonathan Vogel (2. Junioren)
“Die Tennispause ist ein Albtraum! Man ist kerngesund und darf trotzdem nicht spielen. Man kann sich nur bereithalten!”

Udo Schopen
“Der Spielbetrieb in Rheinland-Pfalz ist ja bereits eröffnet, sogar Doppelspielen sei erlaubt (aber nur mit jemandem aus der Familie sei dies möglich, also mein Rat: Schnell noch jemanden adoptieren).
Nach solch einer langen Tennisabstinenz versucht man irgendwie, wieder selbst ans Spielen zu kommen. Hierfür sprach ich unseren Tennisfreund Ben Hörter (Vorsitzender eines kleinen Tennisclubs im Westerwald, Organisator des jährlichen Herbstturnieres in Canyamel auf Mallorca und Mannschaftsmitglied bei den Herren 60 RL) an, ob es möglich sei, schon auf seiner Anlage in Großmaischeid- 3 Plätze- aktiv zu werden. Leider haben die Ihre Plätze noch nicht auf Vordermann gebracht. Aber ab Montag nächster Woche könnte ich dort aktiv werden. Oder ich mache es so wie unser Clubkollege Hermann Kaps. Hermann trainiert in einer stillgelegten und nicht einsehbaren Fabrikhalle jeden Tag mindestens eine halbe Stunde an einer noch bespielbaren Mauer. Wird aber mit der Zeit langweilig und macht einsam. Soviel ich gehört habe, wurde unsere Tenniswand auch schon genutzt (glaube aber nicht, dass es erlaubt ist!). Leider gibt es sonst nicht viel Positives zu berichten. Lt. Informationen der Verbände Mittelrhein, Niederrhein und Westfalen sei ein eventueller Spielbeginn der 04.05.2020.”

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Guido Lindlar
„Es ist ungewöhnlich und fällt schwer, zu akzeptieren, dass ich persönlich seit 45 Jahren nicht im April die Tennissaison wie gewohnt eröffnen kann. Doch es gibt aber eben auch wichtigere Dinge. Mit dem Gedanken, dass es ja nur ein kurzes Timeout ist, freue mich bald die ersten Bälle über oder ins Netz zu schlagen. Bis dahin.“

Wolfgang Pröhl
„Schöne Zeit- zum Träumen, zum Lesen, für Musik……neue Zeiten? Ohne Armut? Ohne Fußballer die 20 Mio. pro Jahr fordern oder unfähige Banker mit Phantasieboni. Dafür 10.000 gut bezahlte neue Pfleger und Krankenschwestern? Natürlich können manche sagen ich sei ein Träumer (nicht nur von Tennis) … aber: the times they are a changing (Bob Dylan).

Wär doch was – oder?“

Torsten Bohl
“Mein Tennisleben und Corona … ok …, Winterrunde und Wintertraining musste abgebrochen werden … kein Tennis mehr …

ok …, seit vier Wochen schönstes Wetter, unsere Tennisanlage bespielbar … kein Tennis …

Schade, dass ich meine Tenniskumpels nicht sehen kann … mir fehlt was …
Stattdessen versuche ich, mich zu Hause ein wenig fit zu halten … jedoch ohne große Motivation …

Was bleibt? Meine großen drei Couchlügen:
1. Ich bin nicht müde!
2. Ich mach nur kurz während der Werbung die Augen zu!
3. Ich ruhe nur kurz meine Augen aus, höre aber noch hin!

Ich hoffe, wir sehen uns in naher Zukunft alle gesund und voller Spielfreude wieder.”

Jutta Wehner
„Ich finde: Jetzt draußen zu spielen müsste doch eigentlich machbar sein, wenn folgende Regeln beachtet werden:

  1. Kein Hände schütteln bei der Begrüßung
  2. genügend Abstand halten (beim Einzel) ja eh gegeben
  3. bei den Doppeln auch
  4. Einmalhandschuhe tragen wegen der Bälle, die man ja anfasst
  5. Nach dem Tennisspielen kein Duschen, sofort nach Hause
  6. Kein Zusammensitzen nach dem Spielen

Ich glaube, es wäre für unsere Seele ganz großartig, uns bei frischer Luft zu bewegen und unsere Tenniskumpels zu sehen.“

 

Dani Penchevad (Clubgastronomie)
„Die Situation ist für uns Gastronomen kompliziert und schwierig. Aber ehrlich gesagt: Ich kann verstehen, dass die Restaurants derzeit geschlossen sind. Take-away ist für mich (noch) keine Option.“

Dr. Waldemar Tyka
„Beruflich hat sich bei mir Gott sei Dank nichts verändert, sehr wohl aber mein Ess- und Sportverhalten. Ich achte vermehrt auf eine gesunde Ernährung inkl. sog. Intervallfasten (16 Stunden). Das steigert die Abwehrkräfte und auch mein Wohlbefinden. Darüber hinaus übe ich mich in intensiver Beziehungspflege. Ein wichtiger Glücksfaktor für mich. Ansonsten investiere ich täglich Zeit in mein Körpertraining zur Erhaltung der Grundkondition. Das heißt: Radeln auf dem Ergometer, Yoga, Dehnung der Faszien (dabei benutze ich auch Tennisbälle). Und dann nehme ich immer wieder mal einen Tennisschläger in die Hand und träume von Normalität draußen auf dem Tennisplatz mit Freunden. Denke beim Bier an meine Tennisfreunde und hoffe, sie bald gesund wiederzusehen.“

Regina Kleinschmidt
„Nach vier Jahren inaktiver Mitgliedschaft bin ich 2020 endlich wieder in den Club eingetreten, um als aktives Mitglied am Spielbetrieb teilzunehmen. Besonders habe ich mich auf die Medenspiele im Mai/Juni und die gemeinsamen Doppelspiele gefreut. Deswegen bedauere ich es dieses Jahr sehr, dass die Plätze immer noch nicht geöffnet haben. Die Vorfreude war riesig!“